Konzertbericht KUKI YourStage!: Freewheelin‘ Franklin & Flying Spoon

Konzerte KUKI e.V.

Im Bombig am 19.12.2025

„KUKI Your Stage!“ – Ein spannender Doppelpack mit Oldies & Youngsters!!

Wieder einmal galt es für mich, den „Rasenden Reporter“ für KUKI Express, einen wichtigen Termin wahrzunehmen. Beim Format „KUKI YourStage!“, dem Förderprogramm für Bühnenpräsenz, standen am vergangenen Freitag (19.12.2025) die beiden Bands Freewheelin´ Franklin und Flying Spoon auf dem Weihnachtsprogramm. Dabei ist erstgenannte die Kombo von Thomas „Tommi“ Lindner, dem weitbekannten Inhaber und Mäzen vom Bombig Bar & Garage, welches gleichsam Homebase der Musikervereinigung KUKI Musikkultur für Augsburg e.V. ist. Selbstverständlich musste man hier vor Ort sein! Und im Gegensatz zu meinem letzten Reportereinsatz (siehe nochmals den KUKI-Express-Beitrag „Who of us? – Nadja Hadek & Band!“ vom 15.12.2025) diesmal ganz entspannt, ein relativ relaxter Arbeitstag sowie eine Slow-Yoga-Einheit am Spätnachmittag machten es möglich.

Jochen "Joe" Cantner

Act No. 1:
Ich war sogar dermaßen tiefenentspannt, dass ich wieder fast zu spät kam … anyway, ommmmm. Das Bombig war bereits rappelvoll. Klar, alle wollten Tommi auf der Bühne sehen und hören! Und dort war er auch schon mit seiner Band Freewheelin´ Franklin und stöpselte das letzte Kabel ein. Wie die Formation zum Namen kommt, erschließt sich wohl nur erfahrenen Szenekennern. Dieser Freewheelin‘ Franklin ist eine der drei Hauptfiguren aus der legendären Underground-Comicserie The Fabulous Furry Freak Brothers, die 1968 vom US-amerikanischen Zeichner Gilbert Shelton erschaffen wurde. Franklin‘s Look ist geprägt von einer Motorrad-Rocker-Mentalität mit Jeans, Stiefeln, einem Schnauzbart, zum Zopf gebundenen, langen Haaren und oft einem Cowboyhut.

Die Ähnlichkeiten zum Bandleader an Gitarre und Mikrofon sind also nicht zufällig. Und ebenso der Sound der Band, dabei handelt es sich um Rock-Oldies und Bluesrock-Cover, im Band-Jargon auch als „Rough & Roll“ bezeichnet. Und den brachten Freewheelin´ Franklin dann bei ihrer Performance hervorragend rüber, dabei mit den versierten Mitmusikern Beate Rödig-Göhler (bass), Jan Fritsch (drums), Seff Rödig-Göhler (keys & smartphone harp) und Jörn Fritsch (git).

Mir persönlich gefiel die Nummer „I thank you“ von ZZ Top am besten. Denn Tommis saalfüllende Stimme und sein erdiges Gitarrenspiel, dabei mit puristischer Ausstattung (sprich eine Fender Strat von der Stange, ein alter Vox AC 30-Amp und ein simpler Booster als Vorschaltgerät), glichen 1:1 dem Original! Und ich fühlte mich sehr angenehm zurückerinnert an das Jahr 1980, als die zwischenzeitlich hochdekorierte amerikanische Band genau mit diesem Song ihr erstes europäisches Konzert im TV-Format „Rockpalast“ eröffnete. Doch auch die anderen Nummern und schließlich Zugaben von Freewheelin‘ Franklin waren wunderbar, zumal mit gesanglicher Unterstützung von Nadja Hadek von „Who of us“, dabei nicht nur als Special Guest, sondern neuerdings als festes Bandmitglied!

Fazit: Oldies but Goldies! Diese Phrase gilt hier in keiner Weise abgedroschen, es war eine hervorragende Darbietung erfahrener Könner, welche das Publikum sehr begeisterte. Weitere Infos zu Freewheelin´ Franklin auf Facebook unter: https://www.facebook.com/p/Freewheelin-Franklin-100027534382150

Act No. 2:
Sodann Bühne frei für die zweite Band. Über Flying Spoon konnte man bereits im Bombig-Programm erfahren: „Hier brennt die Luft, wenn die Band Flying Spoon aus dem Landkreis Cham ihre Energie auf der Bühne entfesselt. Ein guter Löffel voller ehrlichem Bluesrock prallt auf Rough Rock ’n’ Roll, der die Ohren des Publikums zum Glühen bringt. Beeinflusst von Legenden wie CCR und Led Zeppelin […] spüren sie den Drang, eine neue musikalische Reise anzutreten. Seit Anfang 2023 befinden sich eigene Songs in ihrem Repertoire, die sie entschlossen promoten. Angetrieben von ihrer ungezügelten Leidenschaft für die Musik sind die Werke Bad Blonde Bitch und Hellfire entstanden, die aus dem Leben der Spoons erzählen.“

Jochen "Joe" Cantner

Na, das kann ja interessant werden, dachte ich mir! Und wurde es auch – schon beim Bühnenumbau war ich beeindruckt, und zwar vom Outfit und von der Instrumentenausstattung dieser offensichtlich blutjungen fünfköpfigen Kombo. Optisch wie aus Tarantino-Filmklassikern entsprungen, die Dame sehr ansprechend und luftig-schick an die „Kill Bill“-Reihe erinnernd, die Herren im edlen „Django Unchained“-Style. Noch mehr faszinierten mich die dazu passenden Gitarren, die man heutzutage nicht so häufig sieht, nämlich zwei Firebirds mit ihrem ikonischen Reverse-Look (d. h. längeres Diskant-Horn), eine schwarze Edel-Tele mit floresker Verzierung sowie eine firebranded Akustikgitarre der Marke „Stanford DJ 45 VB, Deja Vu Series“. Bald war alles startklar – und dann knallte es los, dass einem fast die Luft wegblieb: Treibende Gitarrenriffs mit solider Bass&Drums-Unterstützung sowie eine sagenhafte Bühnenpräsenz und Stimmgewalt der Sängerin zogen das staunende Publikum sofort in den Bann! Und das Spektakel ebbte nicht ab, im Gegenteil. Auch die harten Cowboys wurden zunehmend lockerer, und bald war die Bombig-Bühne doch ein bisschen eng für so viel kinetische Energie. Und so gelang dem Amateurfotografen auch kaum ein scharfes Bild.

Langsamere Nummern sorgten mitunter für eine gewisse Beruhigung, so etwa beim tragend-leiernden Zep-Klassiker „When the levee breaks“, aber nur, um dann das Level wieder hochzudrehen. Die Publikumsgunst und der Applaus waren entsprechend gewaltig, erst nach etlichen Zugaben und angesichts des drohenden Zapfenstreichs wurde die Band von der Bühne entlassen.

Bald darauf traf ich die Youngsters nochmals, und zwar backstage beim Abkühlen. Hier konnte ich erfahren, dass allesamt um die Mitte 20 sind, nachher in einem nahegelegen Gästehaus nächtigen, tagsdrauf einen weiteren Gig in Aichach haben und erst anschließend wieder zurück nach Kötzing im nördlichen Bayerwald zurückfahren werden. Und dann waren sie natürlich happy, dass der Gig so besonders gut war, Augsburg und insbesondere das Bombig eine bevorzugte Anlaufstelle ist und alle dort so wahnsinnig nett sind. Sehr charmant dabei ihr Oberpfälzer Dialekt, den sie sich hoffentlich bewahren werden, auch wenn sie später einmal alle „Bretter der Welt“ betreten sollten. Das Line-up ließ ich mir schriftlich zukommen, es lautet nach einem Besetzungswechsel Ende Oktober wie folgt: Laura Klein (Gesang), Matthias Fischer (E-Gitarre, Akustik-Gitarre, Mundharmonika, Backvocals), Thomas Mayer (E-Gitarre, Mandoline, Backvocals), Andreas Fischer (E-Bass, Backvocals) und Michael Jobst (Schlagzeug). Zudem interessierte mich die Herkunft des Bandnamens. Laura teilte mit: „Der Name stammt aus dem Song ‚Lookin’ Out My Back Door’ von Creedence Clearwater Revival. In einer Textzeile singt John Fogerty: ‚Won’t you take a ride on the flying spoon?’ – Diese Zeile hat uns inspiriert.“ Das ist sehr schön, und passt auch gut zu Weihnachten!

Jochen "Joe" Cantner

Fazit: Eine junge und sportliche, talentierte und hochsympathische Rockformation, die die Wurzeln dieser Musik verinnerlicht hat und innovativ weiterentwickelt! Ihr Können und ihre Darbietung sind bereits sehr ausgeprägt, da passt alles zusammen, man darf auf Weiteres gespannt sein. Ich freue mich auf den nächsten Gig in Augsburg oder gut erreichbarer Nähe mit der DB-Flatrate. Das Booking sieht für 2026 bereits folgendes vor: 26.12.2025 – L.A. Cham; 07.03.2026 – Discothek Platzl, Bodenmais; 09.05.2026 – Gestern… einfach eine Kneipe, Sulzbach-Rosenberg; 13.06.2026 – Einhardrock Festival, Seligenstadt (erster Gig außerhalb Bayerns); 17.07.2026 – Flussbühne, Roding; 14.11.2026 – Sound Fusion Festival, Furth im Wald. Weitere Infos zu Flying Spoon auf Facebook unter: https://www.facebook.com/FlyingSpoonBand

Text & Fotos: Joe (Jochen Cantner)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert