Manchmal braucht es nicht viel, um eine vertraute Gitarre wieder neu zu entdecken. In meinem Fall war es ein einziges, gut durchdachtes Upgrade, das meine Beziehung zu einer Duesenberg Bonneville spürbar vertieft hat. Der Umbau auf die KH‑2 Pickups von NOwaxx hat nicht nur den Klang verändert, sondern vor allem meine Spielfreude neu entfacht.
Die Ausgangsidee: Klang als Gefühl
Ausgangspunkt war weniger der Wunsch nach „mehr“ im technischen Sinn, sondern nach einem bestimmten Gefühl. Ich suchte einen offenen, dynamischen Singlecoil‑Sound, der sich im Alltag bewährt – klar, direkt und lebendig, aber ohne die typischen Nebengeräusche, die viele klassische Konzepte mit sich bringen. Der KH‑2 versprach genau das, und nach einiger Recherche entschied ich mich, diesen Weg zu gehen.
Der erste Eindruck nach dem Umbau
Nach dem Umbau wurde schnell klar, dass hier mehr passiert war als ein bloßer Austausch von Bauteilen. Schon die ersten gespielten Akkorde wirkten offener, luftiger und direkter. Die Gitarre reagierte sensibler auf meinen Anschlag, Feinheiten im Spiel kamen deutlicher zur Geltung.
Einzeltöne standen klar im Raum, Akkorde hatten mehr Tiefe und Transparenz. Besonders beeindruckt hat mich die Kombination aus klassischem Singlecoil‑Charakter und vollständiger Brummfreiheit – ein echter Gewinn, nicht nur im Studio, sondern auch im ganz normalen Spielalltag.
Nachhaltiger Effekt statt kurzem Wow‑Moment
Was den KH‑2 für mich ausmacht, ist dabei nicht ein kurzfristiger „Wow‑Effekt“, sondern ein nachhaltiges Spielgefühl. Die Gitarre fühlt sich inspirierender an, motiviert dazu, bewusster zu spielen und mehr mit Dynamik und Ausdruck zu arbeiten. Es ist diese Art von Veränderung, die man nicht sofort messen kann, die aber dazu führt, dass man die Gitarre häufiger in die Hand nimmt.
Entwicklung aus der Praxis
Entstanden ist dieser Pickup nicht am Reißbrett, sondern aus der Praxis heraus. In der Zusammenarbeit von Gitarrist Kurt Härtl und Pickup‑Wickler Martin Hornauer spürt man deutlich den gemeinsamen Anspruch, ein Werkzeug für Musiker zu schaffen – keinen Effekt, keinen Selbstzweck. Die langjährige Bühnen‑ und Studioerfahrung trifft hier auf handwerkliche Konsequenz und eine klare klangliche Vorstellung.
Fazit: Mehr Richtigkeit im Spielgefühl
Natürlich bleibt Klang immer subjektiv, und am Ende kommt der Ton zu einem großen Teil aus den Fingern. Aber dieser Umbau hat mir gezeigt, wie stark ein gut abgestimmter Tonabnehmer das Spielgefühl und die Inspiration beeinflussen kann. Die Duesenberg Bonneville wurde nicht neu erfunden, hat aber an Offenheit, Ausdruck und Direktheit gewonnen.
Für mich steht fest: Der Wechsel auf die KH‑2 Pickups war die richtige Entscheidung. Nicht, weil plötzlich alles anders klingt – sondern weil sich alles ein Stück richtiger anfühlt.


Georg Koenig
Als Kind der 60er in einem musikalischen Elternhaus geboren. Erste Band 1975: SURF (Gitarrenpop).
Zuletzt u. a. in den Formationen Crossover, Backdoor Connection, KUKI Karaoke Band und mit Solo-Projekten unterwegs, z. B. KOENIG and Friends – ABTAUCHEN.



