Who of us? – Nadja Hadek & Band!
Den vergangenen Freitag (12.12.2025) hatte ich mir im Terminplan schon längst dick angestrichen: im Bombig Bar & Garage spielt die Formation Who of us, und zwar mit unserer KUKI-Express-Redaktionsleiterin Dr. Nadja Hadek, also ein schöner „Pflichttermin“! Doch wie es so kommt im Leben, füllte sich mein Plan sukzessive. Somit eingezwängt in einen Vortermin bei einer wichtigen Klimademo in der Augsburger City frühabends und einem spontanen bergsportlichen Anschlusstermin anderntags mit Aufstehen in aller Herrgottsfrüh konnte ich den Konzerttermin nicht mehr ganz entspannt wie gewünscht wahrnehmen. Doch ich habe es nicht bereut, ganz im Gegenteil!
Kurz vor 21 Uhr erreichte ich die Location mit nahezu quietschenden Reifen. Am Parkplatz vernahm ich wummernde Musikgeräusche, doch die kamen von irgendwo aus dem Off. Im Bombig herrschte noch Ruhe vor dem Sturm. Es war bereits gut mit Publikum gefüllt und die Bühne mit reichlich Musikequipment startklar, also hatte ich noch nicht nichts versäumt.

Ein Hallo hier und da, dann ging‘s schon los – und der Groove von Who of us war wirklich fantastisch! Opener war die berühmte Nummer „Baker Street“ von Gerry Rafferty aus den späten 70ern. Dessen Signature-Saxofon-Riff gilt als eines der bekanntesten Saxofon-Soli der Pop- und Rockgeschichte. Somit war das Auditorium augenblicklich begeistert, und es folgten weitere Cover-Songs aus den Genres Soul, Funk und Pop. Denn dies ist die Stilrichtung der vierköpfigen Formation, bestehend aus Nadja Hadek (voc, git), Leo Feng (sax, perc), Umberto Girard (bass) und Tom Gänswürger (drums, voc), welche sich mit der nicht ganz gewöhnlichen Instrumentenbesetzung bestens umsetzen lässt.




Dabei sorgen auch eigene Arrangements der Hits für Aha-Effekte, wenn sich unbekannte, doch interessante Intros zu bekannten Melodielinien entwickeln, so etwa bei den Hits „Smooth Operator“ von Sade, „Ride like the Wind“ von Christopher Cross oder „Billie Jean“ von Michael Jackson. Neben dem dominierenden Saxofon-Einsatz gab es auch wunderbare Bass- und Percussion-Einlagen. Doch über allem stand der ausdrucksstarke Gesang von Nadja, die hier alle Register ziehen kann, von komplexen Melodieverläufen über Sprechgesang bis hin zu kontrollierten Schreien, so bei „I got you (I feel good)“ von James Brown. Dabei als solides Fundament ihre glasklare Rhythmusgitarre auf der optisch ansprechenden schwarzen E-335 Semiakustik. Die Spielfreude der vier hochkarätigen Künstler, die allesamt über eine ausgesprochen fundierte musikalische Ausbildung nebst reichhaltiger Praxiserfahrung verfügen, koppelte unmittelbar mit der Publikumsgunst, und so schraubte sich die Stimmung im Bombig sichtlich auf einen Höhepunkt!
Der absolute Peak aber kam wohl erst im zweiten Set. Da war ich schon auf dem Nachhauseweg, um schnell noch meine Siebensachen für die angesprochene bergsportliche Unternehmung zu packen … sehr schade. Bei meinem Eintreffen im Bombig hatte ich auf der Bühne weitere E-Gitarren gesehen, zwei Les Pauls und eine pinkfarbene Semi-Stratocaster. Und dazu im Publikum ein bekanntes Gesicht: Thomas Reibl, ein Guitarhero aus den passenden Musik-Genres, der in vielen Bands und insbesondere bei „Basanostra“ reüssiert. Er sollte Who of us bei einigen Nummern als Special Guest bereichern! Also habe ich offenbar ein Gitarrenspektakel verpasst. Wem das leider genauso gegangen ist, dem kann ich zwei Dinge empfehlen:
1. Auf eine ergänzende Nachberichterstattung meiner KUKI-Express-Redaktionskollegen*innen zu hoffen. (Benny, wie wär’s?!)
2. Die nächsten Gigs von Who of us besuchen! Möglicherweise wieder mit dem Special Guest Thomas Reibl. Alle Infos und Auftritts-Termine der groovigen Formation finden sich unter: https://whoofus.de/
Text und Fotos bis hierher: Joe (Jochen Cantner)
Text ab hier: Benny Lück
Während Joe sich bereits auf den Weg zum Siebensachenpacken machte, durfte ich bleiben und miterleben, wie Who of us noch einmal kräftig am Stimmungsregler drehten und zeigten, dass da noch mehr Groove im Tank war, unter anderem mit den Soulklassikern „In the Midnight Hour“ und „I Can’t Stand the Rain“.
Bei „Valerie“ konnte man beobachten, wie selbst harte Kerle, die sonst höchstens mit dem Fuß wippen, plötzlich locker in den Schultern swingten. Auch ich konnte dem Rhythmus nicht widerstehen, und mein Hintern kam ordentlich in Schwung. Persönlich habe ich mich sehr über „Stuck in the Middle with You“ gefreut – nach „Baker Street“ bereits die zweite Nummer des Abends, die eindrucksvoll beweist, was für ein genialer Songwriter Gerry Rafferty doch war.
Ich als „Sofagitarrist“ ohne nennenswerte Banderfahrung finde es immer wieder faszinierend, wenn echte Könner an ihren Instrumenten – und dazu gehört natürlich auch der Gesang (die Stimme war schließlich Instrument des Jahres 2025!) – zusammenfinden und auf der Bühne eine harmonische Einheit bilden. In dieses stimmige Gesamtbild fügte sich dann auch Special Guest Thom Reibl nahtlos ein. Nadja gab die Arbeit am Sechsaiter ab, und das Plus an Energie, das der Basanostra-Gitarrist nun mit seinen härteren Riffs bei Nummern wie „Unchain My Heart“, „Come Together“ oder „Superstition“ auf die Bühne brachte, übertrug sich unmittelbar aufs Publikum und heizte der Bombig-Schar zusätzlich ein.

Und alle – Musiker wie Fans – hatten offensichtlich Spaß. Der war auch nach „Play That Funky Music“, mit dem das reguläre Set endete, noch lange nicht vorbei. Bei der ersten Zugabe „Long Train Runnin’“ trat die Band noch einmal kräftig aufs Gaspedal, und bei der Kiki-Dee-Nummer „I’ve Got the Music in Me“ konnte sich wirklich niemand mehr dem mitreißenden Groove entziehen: Auf und vor der Bühne ging zum Abschluss noch einmal richtig die Post ab.
Das bringt mich zu meinem Fazit, angelehnt an den Titel der letzten Zugabe:
You’ve got the music in you.
Da gibt’s bei Who of us überhaupt keinen Zweifel.
Ich schließe mich Joes Meinung an und empfehle allen, die den Auftritt ganz oder auch nur teilweise verpasst haben – und auch allen Saxofon-Fans, die im Bombig sonst meist mit dem Bild von Candy Dulfer an der Wand vorliebnehmen müssen, ihr Lieblingsinstrument aber auch gerne einmal live hören möchten: Besucht die nächsten Gigs von Who of us!
Text Teil 2: Benny Lück



Lieber Benny, du hast meine Lücke bestens gefüllt … 😉 Vielen Dank! Herzliche Grüße von Joe
Ich hoffe, Du hattest einen schönen Tag in den Bergen.