Stephan "Baffy" Jedamus

Keys mit Baffy: Yamaha DX7

Keys

Der digitale Yamaha DX7 ist einer der prägendsten Synthesizer der Musikgeschichte, berühmt für seinen klaren, glockigen FM-Sound, der die 80er-Jahre maßgeblich geprägt hat.

Connections

Wie kommt man zum Keyboard? Bei mir war es Mitte der 80er genau dieses Instrument. Tatsächlich war die erste Begegnung sowas wie ein Aha-Erlebnis: ein kompaktes tragbares Keyboard, fünf Oktaven, anschlagdynamisch, Sustain-Pedal und für die damalige Zeit mit vielen unglaublichen digitalen Werk-Sounds ausgestattet. Vor allem die Piano-Sounds machten mit diesem Gerät im Vergleich zu den zeitgenössischen Mitbewerbern einen Quantensprung. Und dann war das Gerät auch noch serienmäßig mit der damals noch nicht selbstverständlichen MIDI-Schnittstelle (Musical Instrument Digital Interface) ausgestattet. Was für eine Offenbarung! Und so wanderte die Gitarre in die Ecke. Später kamen noch ein ATARI-Computer, ebenfalls mit MIDI, und die Software Cubase dazu. Und so wurde der Protagonist an vielen Abenden nicht mehr in der Öffentlichkeit gesehen. 

Technische Kurzbeschreibung des Yamaha DX7

•             Damals innovative FM-Synthese mit 6 Operatoren – ermöglicht komplexe, metallische, glockige und digital präzise Klänge

•             32 Algorithmen – unterschiedliche Verschaltungen der Operatoren

•             Berühmte Presets wie E Piano 1, Bass 1, Marimba, Tub Bells

•             Velocity-Empfindlichkeit – damals revolutionär

•             Digitale Klangerzeugung, aber ohne Filter im klassischen analogen Sinn

•             Speicherplätze für 32 interne Sounds + Cartridge-Erweiterungen

•             Mit diversen, damals auf dem Markt erhältlichen Expansion Boards, die eingebaut werden mussten, waren auch 4 Bänke mit 32 internen Sounds möglich.

Stärken

Meiner Begeisterung für die Stärken dieses Instruments habe ich oben schon Raum gegeben. Wodurch sich der DX 7 noch auszeichnete: Er war erschwinglich, und lieferte trotzdem einen professionellen Klang. Mit ihm kam die FM-Synthese in die Popmusik. So war er extrem präsent in vielen Produktionen von 1983–1990. Sein Klang ist bis heute ikonisch, sofort erkennbar und vielfach kopiert.

Schwächen

Wo Licht ist, fällt auch Schatten. Neue Sounds an diesem Synthesizer über das Menü zu programmieren, war extrem komplex. Waren vorher bei den analogen Geräten für alles extra Schalter und Regler vorhanden, musste man sich hier über ein kleines unbeleuchtetes Display und Folientasten (die bei häufiger Benutzung auch noch schnell „durchgewetzt“ waren) durch die digitalen Parameter und Verknüpfungen kämpfen. So heißen die Parameter z. B. „Operator 3 Frequency Coarse 1.00“ statt „Filter“ oder „Cutoff“. Dadurch benutzten die meisten Musiker oft nur die Presets und diese wurden dadurch auch irgendwann überstrapaziert. Der berühmte Sound „E Piano 1“ wurde so oft in Produktionen genutzt, dass es überall gleich klang.

Viele Möglichkeiten, die heute selbstverständlich sind, gab es beim DX7 noch nicht, z. B. kein MIDI Thru, keine SysEx-Daten während des Spielens, kein Multimode und kein Layer.

Aber vor allem war dieser Synthie bei den perkussiven Sounds zwar damals Spitzenklasse, doch für Flächen-Sounds klang er dann doch zu digital.

Typische Einsatzbereiche des Yamaha DX7

•             Rhodes ähnliche E Pianos

•             Bass-Sounds mit Punch

•             Glocken, Marimbas, vibrierende Pads

•             Digitale Leads

•             Perkussive, metallische Texturen

Yamaha DX7-Klassiker

•             Whitney Houston – „Greatest Love of All“ – E Piano 1 in Reinform – DER DX7 Sound

•             a-ha – „Take On Me“ – Legendärer FM Slap Bass (Bass 1)

•             Berlin – „Take My Breath Away“ – Moroders DX7 Bass trägt den ganzen Track

•             Kenny Loggins – „Danger Zone“ – Aggressiver FM Bass, sofort erkennbar

•             Tina Turner – „What’s Love Got To Do With It“ – E Piano + FM Flöten + Pads

•             weitere Klangbeispiele z. B. hier

Epilog

Wer sich an die 80er erinnern kann hat sie nicht richtig gelebt. Aber auch wenn man da sozusagen richtig gelebt hat, den Yamaha DX7 kann und konnte man nicht vergessen, denn er war in extrem vielen bekannten und auch jetzt noch viel gespielten Songs aus dieser Ära omnipräsent, so dass man auch heute noch immer an ihn erinnert wird.

Genau der ganz oben beschriebene und hier abgebildete DX7 steht – wenn er auch nicht mehr wirklich aktiv eingesetzt wird – heute noch spielbereit im Proberaum.

Yamaha DX7
Baffy
Yamaha DX7
Stephan "Baffy" Jedamus


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Stephan „Baffy“ Jedamus

Baffy ist seit rund 25 Jahren Inhaber des Augsburger IT-Systemhauses Astina und noch viel länger in der Augsburger Musikszene unterwegs. Selber als Musiker (Keyboard) aktiv, besucht er mit Vorliebe kleine, aber feine Konzerte und lässt uns ab und zu mit Fotos und Berichten daran teilnehmen.


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