Passend zum wohl letzten heißen Sommerabend in diesem Jahr gab es neulich im Bombig Bar & Garage, dem KUKI-Vereinsheim, eine ebenso heiße Rockshow! Im Format KUKI YourStage! wurde ein kurzweiliges Double-Feature geboten mit den beiden Bands „WHY“ und „KissMan“. Dabei war die Reihenfolge gelost, und so durften die Youngsters starten.

WHY aus Neuburg an der Donau und Umgebung ist eine mittlerweile sechsköpfige Band mit interessanter Besetzung – nämlich drei Sängerinnen, die zusammen mit dem ebenso stimmgewaltigen Gitarristen zuweilen vierstimmig brillieren! Konkret handelt es sich bei den sehr jungen und versierten Musiker*innen um Paula Kerl (Gesang), „Sopie Elora“ (Gesang), Sophie Daniel (Orgel, Klavier, Bass, Gesang), Johannes „Jojo“ Daniel (Schlagzeug), Andreas „Mengi“ Mengert (Gitarre, Bass, Gesang) sowie seit jüngerer Zeit Daniel Speth (Gitarre). Ihre Stilrichtung umfasst eine besondere Mischung aus Pop‑Punk‑, Emo‑ und Pop‑Rock, dargeboten mit großer Verve und sattem, bassigem Sound. Neben Eigenkompositionen mit Titeln wie „Why Are You Going Away“, „On the New Road“, „Family Therapy“ oder „Liebe? Keine Spur“ gibt es auch Coversongs wie „Hard to Handle“ (Otis Redding bzw. Black Crows), „Sk8terboy“ (Avril Lavigne) oder „Best of You“ (Foo Fighters), dabei mit interessanten punkigen Interpretationen der Originale.




Zum Schluss offenbarte die Band ihren begeisterten Fans die traurig- freudige Nachricht, dass der Drummer heute sein letztes Konzert mit WHY gespielt hat, da er sich anderweitig engagieren möchte. Doch die Nachfolgerin Jaqueline „Jacky“ Sponheimer stand schon sprungbereit im Publikum bereit und gab dann bei der Zugabe ihr gelungenes Debüt. Also freuen wir uns auf eine erfolgreiche Fortsetzung dieser aufstreben Formation!


Im Nachgang zum Konzert konnte ich mich mit Sophie & Mengi per Kurzinterview näher austauschen. Meine Fragen und ihre Antworten:
Wann und mit welcher Motivation habt ihr euch gegründet?
Mengi: Die Band wurde 2024 gegründet, damals noch mit dem Namen „VI“, also geschrieben wie die römische 6, aber schon gesprochen wie WHY. Paula und Lory sind Freundinnen aus Kindheitstagen, hatten sich nach langer Zeit wieder getroffen und wollten eine gemeinsame Band gründen. Beide haben dann ihre Kontakte nach passenden Mitmusikern durchstöbert, und so fand sich die ursprüngliche Formation zusammen. Sophie und Jojo waren dadurch von Anfang an mit dabei. Es entwickelte sich daraus im ersten Schritt eine Band, die eher als ein Zusammenschluss von verschiedenen Soloprojekten wirkte. Erst durch eine Umorientierung, den Ausstieg der ursprünglichen Bassistin und des ersten Gitarristen sowie meinem Einstieg in die Band, fanden wir eine gemeinsame Stilrichtung, an der sich unsere neuen Songs orientieren. Aber das Ziel war von Anfang an das gleiche: gemeinsam Musik machen, die uns und hoffentlich viele andere bewegt, mit der Hoffnung und dem Traum im Blick, künftig vielleicht zumindest teilweise von der Musik leben zu können (lacht).
Und was bedeutet nun euer Bandname „WHY“?
Sophie: Aufgrund mangelnder Ideen für Bandnamen hatten wir, wie Mengi bereits erklärte, ursprünglich den Namen VI, da wir ja am Anfang aus sechs Mitgliedern bestanden. Weil viele Menschen Probleme hatten, den Namen richtig auszusprechen, änderten wir den Namen kurzerhand zu WHY, um alle Unklarheiten zu beseitigen. Das große Problem daran: der Name ist so simpel, dass es sehr viele Bands mit diesem Namen gibt. Heißt: Wir wissen jetzt schon, dass WHY nicht unser „Für-immer-Bandname“ ist. Vielleicht haben wir da auch schon was in Planung.
Da kann man gespannt sein. Jetzt seid ihr ja wieder sechs, und beim Bombig-Auftritt sogar sieben, da fällt mir spontan der Titel eines glorreichen Westernfilms ein! Was sind eure musikalischen Ziele mit dem neuen Gitarristen und der brandneuen Drummerin?
Mengi: Unser scheidender Drummer Jojo kann gefühlt jedes Genre spielen. Allerdings hat er sich in dem Punkuniversum, in dem wir uns stilistisch bewegen, nie so 100 % wohl gefühlt. Für Jacky ist das dagegen quasi ein stilistisches Heimspiel. Dadurch, denken wir, wird auch das Songwriting in diesem Gebiet mit ihr leichter, während sich Jojo wieder mehr auf das Trommeln in seinen Wohlfühl-Genres konzentrieren kann.
Sophie: Durch Daniel an der zweiten Gitarre bieten sich uns in der Instrumentierung viele neue Möglichkeiten. So sind wir für ein volles Soundbild auf Orgel und auf Klavier [Anm.: es handelt sich um das gerade sehr angesagte NORD Piano 6 von Clavia mit seinem markanten roten Gehäuse], welches hauptsächlich als Bassersatz „missbraucht“ wurde (lacht), nicht mehr zwanghaft angewiesen. Wir haben einige Songs, wo das Klavier mehr „reingezwungen“ gewirkt hat, aber ohne Klavier der Sound zu dünn war. Hier kommen die zwei Gitarren zum Einsatz und ich kann mit dem Bass ergänzen. Bei den klaviergetriebenen Stücken, bei denen zwei Gitarren ein Overkill wären, kann dagegen Mengi den Bass übernehmen und so für einen auch in den Tiefen volleren Sound sorgen. Noch ist Daniel etwas im Hintergrund mit der Gitarre, jedoch soll er kurzfristig mehr und mehr die Leadgitarre und die Solos übernehmen und sich dabei entfalten können, während Mengi sich auf die Rhythmusgitarre und seinen Gesang konzentrieren kann. So hat jeder in der Band seine Spezialität, durch die er aus der Menge herausstechen kann. Außerdem hat Daniel uns schon bewiesen, dass er beim Schreiben von Gitarrenparts einen ganz anderen Ansatz als Mengi hat, was natürlich für neue geniale Ideen sorgt. Wir denken, die beiden ergänzen sich da sehr gut am Sechssaiter!
Mengi: Ansonsten geht’s jetzt erst einmal weiter in die vertiefte Einarbeitung der beiden. Bei der Gelegenheit können wir auch ihren neuen Einfluss nutzen, um sowohl an neuen Ideen zu arbeiten als auch unsere bisherigen Songs nochmal etwas aufzupeppen, bevor wir sie in einem nächsten Schritt aufnehmen und veröffentlichen.
Prima, das hört sich sehr ambitioniert an. Danke euch für das interessante Interview und viel Erfolg bei allem, wie immer ihr dann auch demnächst heißen werdet!
Weitere Infos (noch) zu WHY unter: https://paths.to/whymusic

Die zweite Band des Abends war KissMan aus dem Großraum München, die bereits bei einer früheren KUKI YourStage!-Veranstaltung aufgetreten war, seitdem etliche Gigs absolviert hat und zudem redaktionell in mehreren Beiträgen im KUKI-Express gewürdigt wurde (vgl. zuletzt Konzertbericht KissMan & JanSolo vom 21.3.2026). Und so wissen eifrige KUKI-Express-Leser*innen längst, dass die vierköpfige Kombo aus Sabrina Kisslinger (vocals, guitar), Michael „Michi“ Sachmann (lead guitar), Sebastian Spindler (drums, voc) sowie Raimund „Ray“ Rieger besteht, und der Bandname setzt sich aus den Nachnamen der Bandleaderin und des Gitarristen zusammen.




Geboten wurde der bewährte „Roadtrip in den Sonnenuntergang“ mit Coversongs gängiger Rockgrößen aus den 70er- bis 90er-Jahren, dabei nun mit einer Set-List, die erweitert ist um Titel wie etwa „Two Tickets to Paradise“ von Eddy Money, „Take It on the Run“ von REO Speedwagon und vor allem „Summer of 69“ und „Run To You“ von Bryan Adams (letzteres übrigens mein Wunschsong, lieben Dank an die Band). Neu war auch der spontane Wechsel bei Sabrinas Rhythmusgitarre, nämlich von der angeschrubbelten Telecaster hin zu einer Edel-Stratocaster, welche die Soundfülle noch breiter macht. Auch insgesamt hat sich die Band seit ihrer Gründung 2024 sehr stimmig weiterentwickelt, nach meinem Empfinden war dies ihr bislang bester Auftritt!

Und nun möchte man auch KissMan eine weiterhin erfolgreiche Fortsetzung wünschen, doch es gibt ein „großes Aber“: Schon im Vorfeld deuteten sich Anzeichen einer Trennung an – Sabrina mag sich einer moderneren Rockrichtung widmen, die anderen Mitstreiter wollen das erprobte Konzept beibehalten. Also haben wir im Bombig wohl ein schönes Abschlusskonzert bekommen, ähnlich wie einstmals bei den sich trennenden Beatles mit ihrem legendären „Rooftop Concert“ (zu sehen z. B. unter https://vimeo.com/854252562). Immerhin kamen die Weltstars dann doch noch in den 90er-Jahren wieder zusammen, quasi als „Threetles“. Also mal sehen, wie sich bei KissMan und den möglichen Nachfolgebands das Personalkarussell letztlich drehen wird.

Allen Beteiligten jedenfalls meine Gratulation und Glückwünsche zu dem sehr gelungene Rockabend im KUKI-YourStage!-Format!

Jochen „Joe“ Cantner
Der Name Jochen Cantner steht für die breiten Themenfelder Natur, Umwelt und Kultur. Und unter seinem Künstlernamen Joe widmet er sich insbesondere dem Kulturgut Musik. Über die Blockflöte im Kleinkindalter näherte er sich diesem Metier zaghaft an, mitunter widerwillig. Der Durchbruch aber kam als Teenager, als er die Beatles im Fernsehen zu sehen und hören bekam – allerdings mit dem Schönheitsfehler, dass es diese fabelhafte Band da schon nicht mehr gab. Dennoch blieb er an der Gitarrenmusik hängen, spielte dann selbst in einigen unbedeutenden Augsburger Bands und Session-Formationen. Heute ist er noch immer fasziniert von Gitarrenheld*innen sowie Pop- und Rockmusik, mag aber die gesamte Vielfalt der Musikgenres. In seiner Betätigung als Publizist freut er sich, die Musikervereinigung KUKI e.V. redaktionell unterstützen zu können!

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