KI-generiert

Booking (Teil 2): Wie ihr eure Band mit einem EPK überzeugend vorstellt

Bandwissen Booking Fotografie Marketing

Ihr wollt, dass Veranstalter euch buchen? Dann sollten die schnell erkennen können, wer ihr seid, wie ihr klingt und wie ihr live rüberkommt. Dafür braucht ihr ein Electronic Press Kit (EPK) – eine digitale Pressemappe mit Infos, Fotos, Musiklinks und Videos. Was hineingehört und wie es eine Augsburger Band gelöst hat, lest ihr hier.

Euer Set sitzt, die Songs laufen und ihr wollt raus aus dem Proberaum? Dann geht es jetzt um die Präsentation. Kompliziert oder teuer muss ein EPK nicht sein. Es kommt vielmehr darauf an, dass ihr authentisch auftretet und genau die Informationen liefert, die Veranstalter brauchen – so aufbereitet, dass sie sich ohne Rückfragen weiterverwenden lassen.

Was ein EPK leisten soll

Früher ging eine Pressemappe per Post raus. Heute ist sie ein Link, den Veranstalter, Clubs und Festivalteams anklicken – und oft der erste Eindruck, den die von einer Band bekommen.

Ein gutes EPK beantwortet die wichtigsten Fragen auf einen Blick:

  • Wer seid ihr? Name, Besetzung und eine kurze Beschreibung eurer Band
  • Wie klingt ihr? Musik, die sich ohne große Umwege anhören lässt
  • Wie seht ihr aus? Gute Bandfotos, die euch zeigen, wie ihr wirklich seid
  • Wie seid ihr live? Ein Video, das einen Eindruck von eurem Auftritt vermittelt
  • Wie erreicht man euch? Eine Kontaktperson mit einer funktionierenden E-Mail-Adresse

Entscheidend ist nicht die Menge des Materials, sondern die Übersichtlichkeit. Ein Veranstalter sollte nicht zehn Profile durchsuchen oder sich irgendwo anmelden müssen, um eure Musik zu hören.

Euer Bandprofil: kurz, klar, authentisch

Was sollte jemand, der eurer Band zum ersten Mal begegnet, wissen? Genau das sollte in der Beschreibung stehen: Welche Musik macht ihr, was prägt euren Sound und was zeichnet euch live aus? Einflüsse und musikalische Wurzeln helfen beim Einordnen. Auch die Besetzung ist angebracht, sofern sie etwas über den Sound aussagt.

Lange Geschichten über das Kennenlernen der Bandmitglieder, die Bandgründung oder euer Lieblingsessen sind dagegen wenig hilfreich. Solche Details können in einem Interview spannend sein, für die erste Orientierung eines Veranstalters sind sie eher uninteressant.

Denkt an die Person, die euren Text verwenden soll. Veranstalter übernehmen Informationen manchmal direkt für ihre Website, ihr Programm oder ihre Ankündigung. Liefert deshalb zwei Versionen:

  • Kurztext: zwei bis vier prägnante Sätze für Programmübersichten, Veranstaltungskalender und Social Media
  • Langtext: ein etwas ausführlicheres Porträt mit Informationen zu eurem Sound, euren Einflüssen und dem, was euch live ausmacht

Schreibt so, wie ihr über eure Musik sprechen würdet. Eine Newcomer-Band darf eine Newcomer-Band sein – selbstbewusst auftreten heißt nicht, Erfahrungen oder Erfolge zu erfinden. Wenn ihr als Support gebucht werden wollt, schreibt am besten einen Satz zur Setlänge dazu.

Fotos: Zeigt, wer ihr seid

Ein Bandfoto sollte mehr als ein nettes Profilbild sein, denn es kann auf Veranstaltungsseiten, auf Plakaten, in Programmheften oder in der Presse landen. Achtet deshalb auf die folgenden vier Dinge:

  • Bildqualität: Das Foto muss auch für große Darstellungen und den Druck geeignet sein und nicht nur auf dem Smartphone gut aussehen.
  • Erkennbarkeit: Man sollte euch als Band wahrnehmen – und das Bild zu eurer Musik und eurem Auftreten passen.
  • Formate: Liefert Bilder im Hoch- und Querformat; ein Format allein ist nicht für jeden Zweck ideal.
  • Authentizität: Ihr müsst nicht wie ein internationaler Stadion-Act aussehen; Glaubwürdigkeit ist wichtiger.

Ein riesiges Fotoshooting ist dafür nicht nötig. Etwas Planung, gutes Licht und ein passender Ort reichen oft schon aus.

Mehr praktische Tipps findet ihr im KUKI Express: Drei schnelle Tipps für ein amtliches Bandfoto.

Livefotos: Zeigt euch auf der Bühne

Wenn ihr bereits Konzerte gespielt habt, sollten unbedingt gute Livefotos in euer EPK. Sie zeigen nicht nur euch beim Spielen, sondern vermitteln auch die Atmosphäre eines Auftritts. Bilder mit Publikum helfen dabei, einen Eindruck davon zu gewinnen, wie eure Shows wirken.

Ihr habt noch keine professionellen Livebilder? Dann fragt bei lokalen Konzerten, in Jugendzentren oder bei kleinen Veranstaltungen nach, ob fotografiert wird und ob ihr die Bilder eures Auftritts anschließend für euer Bandprofil verwenden dürft. Klärt dabei immer die Nutzungsrechte und vereinbart, wie die Fotografen genannt werden sollen.

Wie ihr gute Konzertbilder erhaltet, erfahrt ihr hier: Livefotografie: Wie ihr an professionelle Fotos für eure Band kommt.

Musik und Video: Lasst euren Sound sprechen

Ein Foto macht neugierig, entscheidend ist aber, dass die Veranstalter unkompliziert hören können, was ihr musikalisch macht. Verlinkt ein oder zwei passende Songs statt einer unübersichtlichen Sammlung – und prüft, ob die Links ohne Hürden funktionieren.

Ein zusätzliches Video zeigt, wie ihr live klingt und auftretet. Wie ihr eure Band in kurzer Zeit überzeugend präsentiert, erfahrt ihr ebenfalls im KUKI Express: 30 seconds to… PITCH: So drehst du dein perfektes Bandvideo. Es muss aber nicht immer ein produzierter Clip sein. Ein guter Ausschnitt aus einem echten Auftritt sagt ebenfalls viel aus.

Der Downloadbereich: Macht es Veranstaltern leicht

Ein professionelles EPK zeichnet sich dadurch aus, dass andere damit einfach arbeiten können. Richtet deshalb einen übersichtlichen Bereich ein, in dem sich das wichtigste Material direkt herunterladen lässt – auf eurer Website, einer einfachen Landingpage oder in einem gut sortierten Online-Ordner. Die Links müssen ohne Zugriffsanfrage funktionieren.

Das solltet ihr bereithalten:

  • drei bis vier hochauflösende Bandfotos, möglichst in Hoch- und Querformat
  • ein Bandlogo, wenn vorhanden gern zusätzlich als transparente PNG-Datei
  • ein kurzer und ein langer Pressetext, damit Veranstalter je nach Platz die passende Version wählen können
  • Links zu eurer Musik und eurem Video, die ohne Umwege erreichbar sind
  • Kontaktdaten, aus denen klar hervorgeht, wer für Booking-Anfragen zuständig ist

Veranstalter bekommen viele Anfragen und müssen neben der Auswahl der Bands auch die Konzertwerbung organisieren. Je besser das Material vorbereitet ist, desto leichter können sie sich ein Bild von euch machen und euer Konzert bewerben.

„Wie viel Aufwand machen die Bands mir? Das ist schon wichtig. Und das ist eben durch das, was man mir gleich mitschickt, ganz schnell erledigt.“ – Tommi Lindner, Veranstalter der Konzerte im Bombig

Gebt den Dateien eindeutige Namen, zum Beispiel „Bandname_Pressefoto_Querformat.jpg“, damit man auch bei mehreren Bands und Veranstaltungen das richtige Bild findet. Achtet auf eine ausreichende Auflösung. Ein auf Instagram gut wirkendes Foto ist nicht automatisch drucktauglich. Entscheidend sind die Bildabmessungen und die Dateiqualität, nicht die Dateigröße. Ihr habt keine Website? Eine schlichte, gut strukturierte Seite oder ein zentraler Link genügt – Hauptsache, die Informationen sind gebündelt und leicht zugänglich.

Praxisbeispiel: So haben The Creeping Candies ihr EPK umgesetzt

Die Augsburger Band The Creeping Candies zeigt, dass dafür keine komplizierte Speziallösung nötig ist: Ihr EPK findet ihr hier. Die Website läuft auf WordPress mit einem fertigen Template. Domain und Hosting werden über Strato abgewickelt. So kann die Band ihre Seite selbst pflegen, erweitern und laufend aktualisieren. Inhaltlich orientierte sich die Band an einem KUKI-Workshop zum Thema Booking und setzte eine Empfehlung der Bookerin vom Feierwerk direkt um: ein etwa einminütiges Video mit Live-Ausschnitten ihrer Songs, damit Veranstalter schnell einen Eindruck von der Band und ihrem Auftritt bekommen.

„Aus der Erfahrung der letzten Jahre können wir sagen, dass sich ein EPK echt lohnt.“ – Sebastian Kochs, Gitarrist bei The Creeping Candies

Das Wichtigste dabei ist: Fangt mit einer Lösung an, die ihr selbst pflegen könnt. Stellt eure relevanten Informationen übersichtlich zusammen und entwickelt euer Profil gemeinsam weiter.

The Creeping Candies EPK der Creeping Candies.

Nach der Zusage: Booking ist keine Einbahnstraße

Ein EPK soll nicht euch gefallen, sondern einer anderen Person dabei helfen, schnell eine Entscheidung zu treffen und den nächsten Schritt zu gehen. Mit der Zusage ist die Arbeit deshalb nicht vorbei: Vereinbartes Material muss rechtzeitig geliefert werden, Absprachen müssen eingehalten werden und bei der Bewerbung des Konzerts sollte mitgeholfen werden. Ein gelungener Abend entsteht gemeinsam.

Häufige Fehler

  • Zu viele Informationen: Niemand braucht die komplette Bandgeschichte, um zu wissen, wie ihr klingt.
  • Veraltete Links: Prüft regelmäßig, ob Musik, Videos, Website und Kontaktdaten noch stimmen.
  • Nur Social-Media-Profile: Nicht alle Veranstalter nutzen dieselben Plattformen. Bietet eine zentrale Anlaufstelle ohne Anmeldung.
  • Unbrauchbare Fotos: Vorschaubilder reichen für die Orientierung, aber nicht für Plakate oder die Pressearbeit.
  • Übertriebene Selbstdarstellung: Authentizität wirkt überzeugender als große Behauptungen.
  • Keine klare Kontaktperson: Macht deutlich, wer für Anfragen zuständig ist.

Euer EPK-Check: Ist alles bereit?

  • Unsere Bandbeschreibung erklärt kurz und verständlich, wer wir sind und wie wir klingen.
  • Kurzer und langer Pressetext liegen vor.
  • Unsere Musik lässt sich mit wenigen Klicks anhören, zudem ist ein aussagekräftiges Video oder ein Livemitschnitt verlinkt.
  • Unsere Fotos sind aktuell, hochwertig und in Hoch- und Querformat verfügbar.
  • Fotos, Logo und Texte lassen sich unkompliziert und ohne Anmeldung herunterladen.
  • Alle Links funktionieren und unsere Kontaktdaten sind vollständig und aktuell.
  • Unsere Präsentation ist authentisch und passt zu dem, was wir musikalisch machen.

Wer die meisten dieser Punkte abhaken kann, hat eine solide Grundlage. Wartet nicht, bis alles perfekt ist: Baut euer EPK mit jedem Konzert, jedem guten Foto und jeder neuen Erfahrung weiter aus.

Wie geht es weiter?

Ihr wisst jetzt, wie ihr eure Band professionell präsentiert. Bleibt die Frage: An wen schickt ihr euer EPK und wie formuliert ihr eine Anfrage, die nicht zwischen unzähligen anderen Nachrichten untergeht? Der nächste Teil zeigt euch, wie ihr passende Veranstalter findet, die richtigen Ansprechpartner ausfindig macht und eine überzeugende erste Booking-Anfrage schreibt.


Die Booking-Serie im KUKI Express


Benny Lück

Als ich zur Welt kam, grüßte Desmond Dekker mit „Israelites“ von Platz eins der deutschen Charts, 38 Tage später begann das Woodstock-Festival – musikmäßig ging’s also schon mal ganz gut los. Meine weitere musikalische Sozialisation ist schnell erzählt: leiernde Kassetten, Disco, Schlager der Woche, „TNT“ in brüllender Lautstärke auf dem Jungsklo der Hauptschule, bis der Hausmeister dem Spuk ein Ende setzte – so was eben. Heute schraddle ich auf meiner Larrivée L-03. Nicht auf irgendwelchen Bühnen, nur bei uns zu Hause, weshalb mich meine Frau auch schon als „Sofagitarrist“ bezeichnet hat. Und ich darf für den KUKI Express schreiben. Toll!



Fragen, Anregungen und Wünsche?

Hast du Fragen, Anregungen oder besondere Wünsche zu unserer Vereinszeitung? Möchtest du Lob loswerden oder Kritik äußern? Dann schreib uns einfach eine E-Mail an redaktion@express.kuki-augsburg.de.
Wir freuen uns auf dein Feedback und melden uns schnellstmöglich bei dir!


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert