Karina Bschorr

Sieben Acts, jede Menge Spielfreude: die Jam Session in Thierhaupten begeistert

Konzerte

Von düsteren Mörderballaden über groovigen Jazz-Funk bis zu Punkrock und Metal: Die Jam Session am 16. Oktober im Kolping-Jugendtreff Thierhaupten bot einen abwechslungsreichen Konzertabend mit sieben Acts, viel musikalischer Kreativität und einem begeisterten Publikum.

Seit mittlerweile 15 Jahren ist die Jam Session im Kolping-Jugendtreff in Thierhaupten eine feste Adresse für Musikerinnen und Musiker, die ihre Leidenschaft für handgemachte Musik auf die Bühne bringen möchten. Organisiert wird die monatliche Veranstaltung von Mike, Günn, Christoph und Edwin. Das Konzept ist ebenso einfach wie überzeugend: Jeden dritten Freitag im Monat treffen sich hier Musikbegeisterte, um gemeinsam aufzutreten, neue Klänge auszuprobieren und die Vielfalt der regionalen Musikszene zu feiern. Die gesamte technische Ausstattung wird privat zur Verfügung gestellt – ein schönes Beispiel dafür, wie viel Engagement und Herzblut hinter einer solchen Veranstaltung stecken.

Auch am 16. Oktober wurde schnell klar, warum diese Veranstaltungsreihe seit so vielen Jahren funktioniert: Die Location war gut besucht, die Stimmung von Anfang an bestens und das musikalische Programm ausgesprochen vielseitig.

Von Mörderballaden bis zu ungewöhnlichen Klangexperimenten

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Den Auftakt machte Ralph Steinbacher mit Banjo, Gitarre und Gesang. Seine Mörderballaden erzählten von Tod und Teufel und entführten das Publikum in eine düstere, bisweilen morbide musikalische Welt. Mit seiner ungewöhnlichen Mischung aus akustischen Klängen und erzählerischen Texten setzte er einen markanten Kontrast zu dem, was im Laufe des Abends noch folgen sollte.

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Anschließend zeigte Christoph, dass für spannende Musik nicht unbedingt ein klassisches Instrumentarium nötig ist. Mit ungewöhnlichen Klangquellen wie einem Gymnastikball, einem Abflussrohr, jeder Menge Schläuche und Ventile in Form einer Orgel sorgte er für überraschende Töne und kreative Experimente, bei denen sogar das Publikum mitwirken durfte. Hier wurde deutlich: Bei einer Jam Session darf Musik auch einmal abseits ausgetretener Pfade entstehen – neugierig, unkonventionell und mit einem Augenzwinkern.

Groove Ticket: Jazz, Funk und jede Menge Rhythmus

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Mit dem Augsburger Trio Groove Ticket wurde es anschließend jazzy, funky und groovy. Lutz, Silvia und Arndt präsentierten eigene Stücke und überzeugten mit einem lässigen, rhythmisch vielseitigen Sound. Ihre Musik verband jazzige Elemente mit funkigen Grooves und einer spürbaren Spielfreude, die schnell auf das Publikum übersprang. Titel wie „Martini dry“, „Marrakesch“, „Bariton“ und „Rossi“ gaben dem Auftritt zusätzliche Farbe. Das Trio zeigte eindrucksvoll, wie abwechslungsreich und lebendig selbst komponierte Musik klingen kann. Der Funke sprang über – und Groove Ticket gehörte zu den Acts, die das Publikum besonders mitrissen. Webseite: https://grooveticket.eu

Acoustic Neon: Bekannte Songs in überraschend neuem Gewand

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Danach wurde es akustisch und melodisch. Acoustic Neon aus Augsburg setzten auf Gitarre, Geige und zweistimmigen Gesang. Präsentiert wurde eine überraschende Songauswahl aus den 1980er-Jahren und die Musiker interpretierten die bekannten Stücke auf ihre eigene, reduzierte Weise.

Mit „Voyage, Voyage“, „Send Me an Angel“ und „Bad Boys“ trafen sie einen Nerv: Songs, die vielen noch im Ohr sind, bekamen durch die akustische Besetzung einen neuen Charakter. Gerade das Zusammenspiel von Gitarre und Geige sowie die beiden Stimmen machten den Auftritt zu einer abwechslungsreichen Reise durch die klassischen Synth-Pop- und Dance-Hits der Achtziger. Instagram @acousticneonband

Rock und Metal aus Donauwörth: Distance to Go

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Mit Distance to Go stand anschließend eine Band aus dem Raum Donauwörth auf der Bühne, die mit Rock und Metal einen deutlich härteren Akzent setzte. Nach den akustischen Klängen von Acoustic Neon wurde es nun lauter, kantiger und energiegeladen. Der Wechsel der Stilrichtungen machte einmal mehr den besonderen Reiz der Jam Session aus: Hier treffen unterschiedliche musikalische Welten unmittelbar aufeinander. Der Auftritt selbst fügte sich mit seiner rockigen Ausrichtung bestens in das abwechslungsreiche Programm ein. Instagram @distance_to_go

The Sink: Punkrock ohne angezogene Handbremse

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Danach übernahmen The Sink aus Augsburg und brachten eine ordentliche Portion Punkrock mit. Druckvolle Riffs und ein direkter, kompromissloser Gesang sorgten für einen Sound, der dem Motto „in your face“ alle Ehre machte.

Auch abseits der Bühne ist die musikalische Ausrichtung der Band klar erkennbar: The Sink beschreiben ihr Programm als Punkrock-Revue mit ausgewählten Klassikern aus mehreren Jahrzehnten. Das Repertoire reicht von frühen Punk- und Garage-Rock-Vertretern wie MC5 und The Stooges über The Damned und The Jam bis hin zu Rancid und Social Distortion. Statt beliebiger Covermusik stehen rohe Energie, handgemachter Sound und die Liebe zu den Originalen im Mittelpunkt.

Damit bildeten The Sink einen kraftvollen Gegenpol zu den vorherigen akustischen und jazzig-funkigen Beiträgen. Ihr Auftritt brachte eine Extraportion Rockclub-Atmosphäre in den Jugendtreff. Instagram @thesink_mpros

Gemeinsames Finale mit Günni, Mike und Edwin

Zum Abschluss gehörte die Bühne den Organisatoren selbst: Günni, Mike und Edwin ließen die Session gemeinsam ausklingen (unser Titelbild). Mit „Hit the Road Jack“, „Tage wie dieser“ und „Knockin’ on Heaven’s Door“ standen bekannte Songs auf dem Programm, die das Publikum noch einmal zusammenbrachten.

Das Finale passte perfekt zum Charakter der Veranstaltung. Denn bei der Jam Session geht es nicht allein um einzelne Auftritte, sondern auch um das gemeinsame Musizieren, die Begegnung und die Freude daran, Musik miteinander zu teilen.

Eine Jam Session, die von Gemeinschaft lebt

Die Jam Session am 16. Oktober zeigte eindrucksvoll, wie vielfältig die regionale Musikszene ist: Sieben Acts, zahlreiche Stilrichtungen und ein Abend voller musikalischer Überraschungen machten den Besuch im Kolping-Jugendtreff zu einem Erlebnis.

Neben der Musik überzeugte auch das Umfeld: Die Jugendlichen übernahmen den Ausschank und trugen damit zum Gelingen der Veranstaltung bei. Akustik und Licht sorgten für einen gelungenen Rahmen und die gut besuchte Location bot eine angenehme, lebendige Konzertatmosphäre. Die zahlreichen kostenlosen Parkplätze auf dem Festplatzgelände machten die Anreise unkompliziert.

Besonders bemerkenswert bleibt, dass diese Veranstaltung bereits seit 15 Jahren mit privatem Engagement und selbst bereitgestelltem Equipment auf die Beine gestellt wird. Mike, Günni, Christoph und Edwin schaffen damit Monat für Monat eine Bühne für Musiker, musikalische Experimente und Begegnungen.

Das Fazit: Die Jam Session in Thierhaupten ist weit mehr als eine offene Bühne. Sie ist ein Treffpunkt für Musikbegeisterte, ein Forum für regionale Bands und ein Beweis dafür, dass eine lebendige Musikszene vor allem Menschen braucht, die sich mit Leidenschaft dafür einsetzen. Der Abend am 16. Oktober machte Lust auf die nächste Runde – am dritten Freitag des kommenden Monats.

Webseite: https://jam-session-thierhaupten.jimdosite.com/
Instagram: @jamsessionthierhaupten


Karina M. Bschorr

Arbeitet seit 2010 als selbständige Fotografin. Schwerpunkt ihrer Arbeit sind Portraits und Familienreportagen, Kindergärten und Eventfotografie. Zur Musik kam sie, als eine Freundin sie mit zu ihrer Bandprobe geschleppt hat. Seitdem ist viel Zeit vergangen und die Musik wurde zu einem festen Bestandteil in ihrem Leben.



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