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Cover- vs. Tribute-Band – Erwartungen und Erfahrungen eines Musikers

Bandwissen

Da sich mein lieber Kollege Flat.Mojo vor einigen Monaten schon Gedanken über Cover- oder eigene Songs gemacht hat, möchte ich dieses Mal weiter in den Bereich der Coverbands abtauchen, den vielleicht 100%-Coverbandbereich könnte man sagen – die Tribute-Bands.

Vor einigen Jahren habe ich eine Anfrage von einer der bekannteren deutschen Frauen-AC/DC-Tribute-Bands erhalten, ob ich an der Rolle des Angus Young (Leadgitarre) interessiert sei. Zu der Zeit war ich als Gitarristin noch aktiver, ihr kennt mich jetzt wahrscheinlich mehr als Sängerin (KUKI-Express-Artikel Lampenfieber). Noch bevor ich mich entschieden hatte, war ich schon gedanklich auf der Suche nach dem richtigen Equipment (ihr dürft jetzt schmunzeln, hehe): ich hatte mich schon mit einer Gibson SG, Marshall Verstärkern und in Schuluniform gesehen. Das ist meine Vorstellung der Erfüllung einer Rolle in einer Tribute-Band: 100 % Kopie. Sound und Optik.

Aber ist das wirklich so? Hat jeder diese Erwartung?

Deswegen habe ich etwas mehr Recherche betrieben im Bereich der Tribute-Bands. Und was mir sofort auffiel, waren die Unterschiede. Manche hatten optisch nichts gemein mit dem Original (ohne Berücksichtigung des Geschlechts), weder die Outfits erinnerten an die Heroes noch die Instrumente. Andere waren eine 100 % Kopie inkl. Bühnenbild (zig Marshall-Boxen, Pyrotechnik usw.). Ich als Musiker bin doch eher negativ überrascht, wenn ich einen Angus (um beim obigen Beispiel zu bleiben) mit einer Fender Stratocaster oder Ibanez RG sehe und auch keine Schuluniform getragen wird. Tribute heißt für mich „Kopie des Originals“.  Ansonsten wäre es doch eher eine „normale“ Coverband, die einen Fokus auf AC/DC hat. Oder? Was meint ihr?

Aber um wieder was zu lernen, bemühen wir jetzt mal Wikipedia:

„Eine Tribute-Band ist eine Musikgruppe aus dem Bereich der Popmusik oder Rockmusik, deren Ziel es ist, Musikstücke einer bekannten Band möglichst originalgetreu wiederzugeben. (…) Im Gegensatz zu einer Coverband (…) konzentrieren sich Tribute-Bands in erster Linie auf das perfekte Nachahmen einer bekannten Band. Dabei beschränken sie sich oft nicht nur auf das Kopieren der Musik, sondern eifern ihren Vorbildern auch im äußeren Erscheinungsbild nach.“

Ok, laut deren Definition liege ich jetzt mal nicht so falsch mit meinen Erwartungen. Ja, ich spreche konkret von Erwartungen. Tribute-Bands rufen oft höhere Eintrittspreise als „normale“ Coverbands auf und Hardcorefans kennen natürlich die Songs der Originalkünstler (die vielleicht auch schon verstorben sind) und möchten eintauchen in einen Abend, der sie in die Zeit zurückversetzt, als eben diese Originalkünstler (noch) selbst auf der Bühne standen. Mein aktueller Eindruck ist auch, dass Tribute-Bands sehr gefragt sind. Liegt das daran, dass die Originalkünstler oft schon gestorben sind oder nicht mehr auf Tour gehen?

Vielleicht sind damit die Wünsche an eine Tribute-Band relativ einfach zusammengefasst: einen schönen Abend verbringen mit den Songs, die man eventuell nicht mehr vom Originalkünstler live hören kann, aber das Gefühl von damals wiederbringen. Doch es bleibt die spannende Frage: Gehört das Outfit dazu? Für mich ja, aber ich denke, nicht für alle. Sound gehört schließlich auch noch dazu, oder?

Fragen über Fragen – und damit darf jetzt hemmungslos diskutiert werden – los geht’s! 😊

Übrigens: Schlussendlich hatte ich mich gegen die Rolle des Angus der Frauen-AC/DC-Tribute-Band entschieden, weil ich keine Sologitarristin war und das auch in der geforderten Kürze der Zeit nicht geworden wäre. Aber Spaß hat das Gear-Suchen schon gemacht, haha!

Titelbild KI-generiert


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